Geschlossene Sachwerte-Beteiligungen für private Kapitalanleger kamen 2019 nicht so richtig aus dem Tal. Das Analysehaus Scope hat gezählt und kommt auf insgesamt 24 AIF mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro Eigenkapital. Das sind acht Angebote weniger als im Jahr zuvor, aber immerhin rund 100 Millionen Euro mehr Eigenkapital. Offenbar konzentriert sich das Geschäft auf wenige Anbieter mit voluminösen AIF. Alleine die Fonds von Jamestown und Wealthcap kommen auf 40 Prozent des Gesamtmarktes. Dabei ist die Nachfrage der Anleger nach Alternativen zu Minizinsen gewaltig. Und offenbar kommt Bewegung in die Branche. Die Veranstalter des Fondskongress in Mannheim zählten Ende Januar rund 6.000 Fachbesucher. Mehr als 200 Aussteller warben dort für ihre aktuellen Produkte – darunter auch nahezu alle nennenswerten Anbieter von Sachwertebeteiligungen. Impressionen vom Rundgang durch die Ausstellungsflächen.

Das Stimmungs-Tief scheint überwunden. Optimismus überstrahlt die Branche. „Wir sind überrascht von der Nachfrage nach unseren Fonds“, sagte Andreas Heibrock, Geschäftsführer von Patrizia Grundinvest. Er berichtete, dass der jüngste geschlossene Publikums-AIF mit einem Neubau in Mülheim an der Ruhr noch vor Weihnachten platziert wurde. „Manchmal kommt ja so eine Dynamik in den Vertrieb. Einige Partner wollten das Geschäft mit ihren Kunden auf das Jahr 2020 verschieben und haben die bereits unterzeichneten Zeichnungsscheine dann doch noch 2019 eingereicht, als sie mitbekamen, dass es eng werden könnte“, so Heibrock.

Als nächstes Produkt kündigt er einen Semi-Blind-Pool-Fonds an, das erste Angebot für private Anleger ohne konkrete Objekte. Der AIF wird sich zu 60 Prozent an einem institutionellen Vehikel nach Luxemburger Recht aus dem eigenen Haus beteiligen, das europaweit in Wohnungen und Studentenapartments investiert. Den Rest des Kapitals will Patrizia auf andere Fonds aus dem eigenen Haus verteilen. Die Mindestbeteiligung bildet bei diesem Angebot mit 5.000 Euro eine vergleichsweise niedrige Einstiegshürde. 

Zum dritten Mal hintereinander wurde das ZBI-Vertriebs-Management auf dem Fonds-Kongress mit dem Service-Award ausgezeichnet. Abgestimmt hatten die Leser der Zeitschrift Fonds Professionell. „Das ist für uns das größte Kompliment, das möglich ist“, freute sich Rainer Lehder, Geschäftsführer der ZBI Vertriebsmanagement GmbH. Er kündigte an, dass der Fonds „ZBI Professional 7“ in Kürze weitere 16 Prozent Gewinn an seine Anleger auszahlt. Inklusive der Ausschüttungen während der Laufzeit haben die Zeichner somit Rückflüsse von rund 160 Prozent erhalten.

Erstmals mit neuem US-Partner Glenfield Capital kooperiert DNL Real Invest aus Düsseldorf. Neu ist auch das Konzept, denn zum ersten Mal platziert DNL einen regulierten AIF. Offenbar kein Problem für den Vertrieb, eher im Gegenteil. „Wir haben mit unseren angestammten Vermittlern einen guten Start hingelegt“, so DNL-Chef Wolfgang Kunz. Er berichtete, dass der Fonds derzeit den Ankauf einer Büroimmobilie in South Carolina prüft. Hauptmieter ist die Bank Wells Fargo. 

Einen US-Publikums-AIF bereitet auch BVT aus München vor und führt damit die Residential-Reihe fort. Zeichner finanzieren die Projektentwicklung von Wohnanlagen. „Standorte sind Boston, der Großraum Washington und eventuell Orlando“, sagte BVT-Vertriebs-Chef Jens Freudenberg.

Ebenfalls in den USA investiert der New-Energy-Fonds von HEP. Gründer und Geschäftsführer Thorsten Eitle präsentierte auf dem Kongress das Fondskonzept. Zeichner investieren in die Entwicklung von Solaranlagen nicht nur in Amerika, sondern außerdem an Standorten unter anderem in Japan.  

Immac informierte in einem Vortrag über den Hotelmarkt und beleuchtete darin vor allem die Bedeutung der Marken. Das Unternehmen hat aktuell den Vertrieb seines ersten diversifizierten Hotel-Fonds gestartet. Anleger beteiligen sich an zwei Häusern am Flughafen München. Sozialimmobilien spielen allerdings weiterhin eine große Rolle bei der Immac-Gruppe. „Im vergangenen Jahr haben wir drei Pflegeheime in drei verschiedenen Spezial-AIF platziert, und in diesem Jahr werden wir auch wieder einen Pflegeheim-AIF für private Kapitalanleger bringen“, kündigte Vorstand Thomas Roth an. 

Verifort Capital hat sich bei seinem ersten Publikums-AIF ebenfalls für den Markt der Healthcare-Immobilien entschieden. Die Premiere wird ein Portfolio aus Seniorenheimen und Einrichtungen zur Tagespflege sein. „Wir rechnen Ende des ersten Quartals 2020 mit der Vertriebsgenehmigung, um dann mit der Platzierung starten zu können“, informierte Vertriebs-Vorstand Rauno Gierig. Verifort Capital profitiert dabei von der Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft Carestone, dem führenden Projektentwickler für Health-Care-Objekte in Deutschland.

Erfreulich gut läuft es offenbar nicht nur auf dem Markt der geschlossenen AIF, sondern auch mit offenen Immobilienfonds. „Mit unserem ersten offenen Fonds haben wir die Banken als Vertriebspartner erreicht“, berichtete Guido Küther, bei Habona für das neue offene Produkt verantwortlich. Zeichner investieren – wie bei den geschlossenen Publikumsfonds – in ein Portfolio aus Fachmarktzentren und vergleichbaren Einzelhandelsimmobilien.Ein ganz anderes Immobilien-Produkt entwickelt derzeit Marc Drießen, CEO der neuen Blockchain-Schmiede Bloxxter. „Wir bieten über eine Immobilienanleihe die Beteiligung an einer Projektentwicklung in Berlin an“, so Drießen. Das besondere dabei sei die Verwaltung des Wertpapiers über die Blockchain-Technologie: „Sie ermöglicht den täglichen Handel, und das weltweit.“

Dieser Gastbeitrag wurde uns freundlicherweise von Markus Gotzi zur Verfügung gestellt.